Diesellok HKB L3
Geschichte der Diesellokomotive HKB L 3 (V 40)
(von Jochen Vollmer)
Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen entstand im Jahre 1973 aus den bisherigen Landkreisen Aschendorf-Hümmling, Meppen und Lingen der neue Landkreis Emsland. Dieser war somit Eigentümer von 2 Kreisbahnbetrieben: 1. der „Hümmlinger Kreisbahn" (HKB) und 2. der „Meppen-Haselünner-Eisenbahn" (MHE). Zeitgleich mit der Gebietsreform wurden auch die Verwaltungen beider Bahnen mit Sitz in Werlte zusammengelegt, die örtlichen Betriebsleitungen aufgelöst und die Gesamtbetriebsleitung in Vormeppen konzentriert. Nunmehr war es möglich, die vorhandenen Lokomotiven beider Bahnen je nach Bedarf auch auf beiden Strecken einzusetzen, was regelmäßig der Fall war und ist.
HKB L3 kam im März 1960 nach Werlte und hat das Emsland seither nicht verlassen. Vielmehr war sie ab 1973 auf beiden emsländischen Bahnen unterwegs und ist noch stets hier vorhanden, weshalb sie als eisenbahntechnisches Denkmal dem Emsland betriebsfähig erhalten werden sollte.
Der HKB L3 liegt entwicklungstechnisch die Wehrmachtsloktyp WR360C14 zugrunde, besser bekannt als Baureihe V36 (236) von DR und DB. Die deutsche Lokindustrie hat von dieser Type mehr als 300 Exemplare hergestellt und verfügte somit über reichlich Erfahrung, welche sich nach dem 2. Weltkrieg im Bau des Loktyps V6M-436 von der Firma Klöckner-Humboldt-Deutz, Köln, wiederfand. Insoweit ist also HKB L3 ein modernisierter Weiterbau der legendären V36: Fahrwerk (nunmehr mit um 30mm seitenverschiebbarer Mittelachse) und Bremsanlage wurden übernommen, die Motoren verbessert (400PS) und das Äußere entsprechend den damaligen Verhältnissen angepaßt.
HKB L3 war seit Nov. 1984 wegen Getriebeschadens in Vormeppen abgestellt. Die Betriebsleitung hielt eine Reparatur für nicht sinnvoll und entschied hier - auch wegen höherer Zuggewichte - leistungsstärkere Lokomotiven zu beschaffen.
Auch die Anfang 1993 vollzogene Fusion von MHE und HKB zur Emsländischen Eisenbahn GmbH (EEB) mit Sitz in Meppen änderte nichts am Status „z-gestellt" von HKB L3: sie blieb an „ihrem" Platz. Erst verschiedentliche Verhandlungen mit dem damaligen obersten Betriebsleiter (OBL) Josef Kimmann gegen Ende der 90er Jahre brachte Bewegung in die Sache.
HKB L3 wurde den Eisenbahnfreunden Hasetal überlassen und nach Herstellung der Rollfähigkeit am 07.9.2000 von Vormeppen nach Haselünne überführt. Zuglok war EEB D10 (Köf II ehem. DB 322 642 Bw Lichtenfels).
Ziel aller verantwortlich Handelnder muß es fortan sein, diese Lokomotive wegen ihrer Einmaligkeit in Niedersachsen im Allgemeinen und für das Emsland im Besonderen, der Nachwelt auf Dauer betriebsfähig zu erhalten.
Technische Daten:
Hersteller: Deutz 1957/56733
6 Zylinder 4-Takt Dieselmotor 400 PS,
hydraulische Kraftübertragung über Blindwelle und Treibstangen,
Höchstgeschwindigkeit: 55 km/h,
Gewicht: 42,1 t
Länge: 9,52 m
Raddurchmesser: 1,10 m
